Inspirationen,  München

Ihrer Zeit voraus – Lola Montez

Am 17. Februar feierte die berühmt berüchtigte Lola Montez ihren 200. Geburtstag. Lola Montez, die eigentlich Elizabeth Rosanna Gilbert hieß, wurde nicht einmal 40 Jahre alt. Ihr Leben birgt jedoch so viele Geschichten, dass diese etliche Bände füllen würden. Sie wurde am 17. Februar 1821 in Irland geboren. Ihre erste Ehe mit einem britischen Offizier (Thomas James) scheiterte nach nur zwei Jahren. Sie nahm 1843 die Identität einer spanischen Tänzerin an und nannte sich von da an „Maria de los Dolores Porrys y Montez“ – kurz und einfach  – Lola Montez.

Ihr Debüt gab Lola Montez auf einer kleinen Bühne in London, wurde jedoch von der dortigen Presse enttarnt. Daraufhin floh sie aus England und zog durch Europa, um dort in den verschiedenen Metropolen ihr Glück zu suchen. Ihr Weg führte sie nach Berlin, Warschau, Baden-Baden und auch nach Paris.

Überall wurden ihr Affären mit den unterschiedlichsten Männern nachgesagt, allesamt reich und einflussreich. Lola Montez auf ihre Rolle als Verführerin zu reduzieren, greift aber zu kurz.

Sie war auf ihre Weise ihrer Zeit voraus, beanspruchte den gleichen Raum in der Gesellschaft wie Männer, wollte sich nicht auf die Rolle der treusorgenden Ehefrau und Mutter reduzieren lassen. Furcht war ihr unbekannt. Sie selbst soll einmal gesagt haben: ich habe dem starken Geschlecht überall den Fehdehandschuh hingeworfen.

Wirklich berühmt hat sie aber eine Affäre mit König Ludwig I. gemacht. Der über 60-jährige Monarch soll sich Hals über Kopf in die damals 25-jährige verliebt haben. Er überhäufte sie mi Geld und Geschenken, Lola Montez wollte aber nicht nur die finanzielle Sicherheit, sie wollte ihre Position in der Gesellschaft einnehmen. So veranlasste König Ludwig I. gegen den Einspruch seiner höchsten Beamten Lolas Einbürgerung und erhob sie darüber hinaus in den Adelsstand. Er verlieh ihr den Titel einer Gräfin von Landsfeld. Der verliebte König hatte aber nicht mit dem Ausmaß des Unmutes seiner Untertanen gerechnet, nach etlichem Hin und Her musste Lola die Stadt München 1848 endgültig verlassen.

Ihr Weg führte sie dann nach Genf und von dort aus nach New York, wo sie aus ihrem Leben die damals sehr erfolgreiche Show Lola Montez from Bavaria macht. Von dort führte sie ihr Weg über San Francisco bis hin nach Australien. Mit nicht einmal 40 Jahren verstirbt sie schließlich in New York an einer Lungenentzündung.

Bevor Lola München endgültig verließ, verbrachte sie ein paar geheime Tage in einem Versteck, das König Ludwig I. ihr ausgesucht und das heute noch besichtigt werden kann. Im Schatten der beliebten Wirtschaft „Menterschweige“ an der Isar-Hochleite, liegt das so genannte Lola Montez-Haus. Erst auf den zweiten Blick gibt es dem Betrachter sein ein wenig pikantes Geheimnis preis. In dem ehemaligen Wohnsitz des königlichen Hofschmieds trafen sich der König und seine Tänzerin, die ihm erst das Herz gestohlen und dann die Krone gekostet hatte. Dort, beim Schmied seiner Frau und deren vier Kindern lebte Lola von 1846-1848, da der König seine Geliebte vor der tobenden Öffentlichkeit verstecken musste. Die Liebesgeschichte, die in Bayern eine Revolution auslöste, ist auch in dem zauberhaften Häuschen auf Schritt und Tritt präsent. Die Holzfußböden sind ebenso original erhalten wie die Deckenbalken. Bei der Einrichtung wurde darauf geachtet, dass möglichst alles aus dem 19. Jhd. stammt. Auch von außen ist das Häuschen eine Augenweide.

Noch heute inspiriert Lola Montez, und nicht nur Frauen. So spielen „die Montez Juwelen“ auch eine wichtige Rolle in dem ersten Kriminalroman von Sabine Vöhringer. Besonders inspiriert an Lola Montez hat mich ihr Mut. Sie war für die damalige Zeit eine sehr emanzipierte Frau. Sie hat sich allein auf den Weg gemacht, bereiste die ganze Welt und bewerkstelligte unglaubliches.“

Georg Ringswandl hat anlässlich ihres 200 Geburtstages eine abenteuerliche Oper komponiert, die im Dezember 2020 ihre Premiere im Münchner Residenztheater, im Resi, hatte. Die Kostüme entwarf die Münchner Trachtendesignerin Lola Paltinger.

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